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Ferienwohnungen in Sorrent, Amalfiküste und Positano für Ihren Aufenthalt

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DIE ZITRONENHAINE VON SORRENT

In diesem Teil der Halbinsel von Sorrent bildet die Landwirtschaft , ausser das sie die Schönheit der Landschaft unterstreicht, die Grundlage für Produkte von höchster Qualität. Hier produziert man die bekannten Zitonen, deren ausserordendlich guter Geschmack nicht nur in Italien sonern auch in ganz Europa geschätzt wird. Die günstige Lage, die fruchtbare Erde, die milden klimatischen Bedingungen sowie der tradizionelle Anbau erlauben es auf grossen Terrassen Zitronen anzupflanzen. Diese Zitronensorte findet man nur hier. Die Plantagen werden durch die charakteristischen Pagliarelle gegen kalte Winde, Hagelschlag, und eventuelle Niedrigtemperaturen im Winter geschützt. Hierbei handelt es sich um Matten aus Weizenstroh, die von November bis März auf die aus jungen Kastanienbäumen hergestellten Pergolen gelegt werden. Die hiesigen Zitronen (Femminello sorrentino) unterscheiden sich von denen der amlafitanischen Küste (Sfusato amalfitano) in der dünneren Schale und dem ausgeprägteren Aroma. Schon im 19. Jahrh. wurden sie nach den USA und England exportiert; sie wurden wegen des hohen Vitamin - C - Gehaltes geschätzt. Heute werden sie ausser zum Verzehr in erster Linie zur Produktion des Zitronenlikörs, des Limoncello, benötigt, der aus der Zitronenschale hergestellt wird. In schattigen Gebieten finden sich Kastanienanpflanzungen, die vorwiegend zur Holzproduktion genutzt werden, eben für die Pergolen der Zitronengärten.

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KIRCHE PIO MONTE DER BARMHERZIGKEIT

In der Kirche "Pio Monte della Misericordia" in Neapel ist das wunderschöne Bild "Die sieben Werke der Barmherzigkeit" von Caravaggio zu sehen. Der Maler, im 1471 in Mailand geboren und im 1610 an Malariafieber in Rom gestorben, beendete das Bild und übergab es der Kirche. Im Bild sind die Taten der materiellen Barmherzigkeit vorgestellt, in einer einzigen, komplexen Darstellung, wo die darauf abgebildeten Figuren, mit wenigen Körpergesten, die ganze Essenz der gesamten Barmhezigkeit der Christlichen Kirche zusammenfassen, dargestellt im Lichte des plebejischen Alltags. Die Szene, die in einer Gasse "der nackten Wahrheit von Forcella oder Pizzofalcone" gespielt zu sein scheint, wird von einer künstlichen Lichtquelle beleuchtet, von oben links kommend, und hebt die betroffenen Menschen und Häuser hervor und lässt die restlichen Körper im Schatten. Die Meisterwerke der Barmherzigkeit, welche zu den schönsten Bildern des ganzen 16. Jahrhunderts gehören (Longhi, Argan, Causa), bestimmte auf revolutionäre Weise die ganze Auffassung der Malerei in Neapel, und gefährdete die kulturelle Glaubwürdikeit des Spät-Manierismus.

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MUSEUM SAN MARTINO

Das Nationalmuseum, das sich im gleichnamigen Kartäuserkloster befindet, unterteilt sich in eine Gemäldegalerie und eine Skulpturensammlung.
In den Sälen der Schiffesammlung bewundern wir Modelle von Schiffen, Booten aus der Zeit vom siebzehnten bis zum neunzehnten Jahrhundert. Von hier aus kommen wir in die Säle mit den Erinnerungsstücken an die Geschichte des Königsreichs von Neapel, unter denen besonders die Strozzi Tafel zu erwähnen ist, die Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts entstand und neuerdings Francesco Roselli zugeschrieben wird. Auf der mit Tempera ausgemalten Tafel ist die triumphale Rückkehr der spanischen Flotte von Ferrante d'Aragona nach der Schlacht von Ischia gegen die Angionier (1465) dargestellt. Im Hintergrund sehen wir eine realist zeitgenössische Darstellung der Stadt Neapel, die als ein wichtiger Beleg des ursprünglichen Stadtbildes gilt. In den nachfolgenden Sälen sind neben Landschaftsveduten die Bildnisse berühmter Persönlichkeiten der neapolitanischen Geschichte sowie Gemälde mit der Darstellung der wichtigsten an die Stadtgeschichte gebundenen Episoden zu sehen (der Masai Aufstand, die Eroberung der Stadt durch Don Giovanni von Österreich, Einweihung der Eisenbahn Neapel (Portici). Besonders zu erwähnen ist auch die Krippenaustellung mit ihren wertvollen Figuren und antiken Krippenszenen. Zu dieser Kunstgattung, die eng mit der neapolitanischer Tradition verbunden ist, gehören auch die beiden seltensten Stücke der Sammlung: die Cuciniello Krippe mit über zweihundert kunstvoll gefertigten Figuren und Tieren und die Ricciardi Krippe mit etwa einhundert ebenso prächtigen Figuren. Hier finden wir auch die vielleicht kleinste Krippe Welt, die ganz in einer Eierschale eingeschlossen ist. Nach den Sälen, die dem neapolitanischen Theater gewidmet sind, erreichen wir, durch die elegante Klosterkirche aus dem sechzehnten Jahrhundert gehend, die Gemäldegalerie mit Werken aus den verschiedensten Epochen und den verschiedesten Bildmotiven, darunter die Darstellung der Hl. Drei Könic griechischen Künstler Angelo und Donato Bizamano (XVI. Jahrhundert eine 'Seeszene' von Salvatore Rosa, aus dem siebzehnten Jahrhundert, den 'Raub der Sabinerinnen' und Die Teile der Welt' von Luca Giordano, eine Landschaft von Alessandro Magnasco, das wertvolle Selbstbildnis von Francesco Solimena, Stilleben sowie die Gemälde mit Tier, Blumen und Pflanzenmotiven der neapolitanischen Künstler Tommaso Realfonso und Baldasarre De Carro und des flämischen Malers Bruegel, und letzlich zahlreiche Portraits, Veduten und Alltagsszenen (das 'Bildnis des Architekten Chelli' von Gaetano Forte, ein 'Portrait von Filippo Palizzi, eine Landschaft'von Giuseppe Palizzi, ein 'winterlicher Sonnenuntergang' von Federico Rossano, den Landseelsorger von Marco De Gregorio). Weiter führt unser Rundgang in die Skulpturenabteilung, in der unter anderem zahlreiche und prachtvolle Werke des Tino da Camaino aus dem vierzehnten Jahrhundert zu bewundern sind. Unser Besuch endet schließlich in den Sälen, in denen verschiedene Kunstgegenstände (Gläser, Porzellan, Schmuck) und Erinnerungsstücke des Kartäuserklosters gezeigt werden.

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DIE AUSGRABUNGEN IN STABIAE

Die Stadt Stabiae war eine römische Siedlung, am Fuße des Vesuvs gelegen. Beim Ausbruch des Vulkans im Jahre 79 n. Chr. wurde sie daher am stärksten zerstört. Einige wenige Menschen konnten der ersten Lava entfliehen und warnten andere vor der bevorstehenden Eruption; sie starben jedoch in der herabregnenden Asche. Wahrscheinlich brachen sie wegen der intensiven Hitze zusammen und wurden dann von der Asche bedeckt.

Der römische Staatsmann und Naturforscher Plinius der Ältere beendete in Stabiae seinen Versuch, den Bewohnern Herculaneums zur Hilfe zu eilen. Er erstickte im Schlaf an der Asche, die er auf seiner Fahrt durch die Bucht von Neapel eingeatmet hatte. Sein Neffe Plinius der Jüngere hinterließ detaillierte Aufzeichnungen über den Vulkanausbruch, die im Wesentlichen die erste moderne wissenschaftliche Beschreibung wurden.

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OPLONTIS: DIE VILLA VON POPPEA

Bei Ausgrabungen in Oplontis, einem antiken Ort an der Stelle des heutigen Torre Annunziata, stießen Archäologen 1964 auf die Villa einer vornehmen Familie, die vom Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 verschüttet worden war. Man fand bei der Freilegung des Gebäudes auf einer Amphore die Aufschrift „Secundo Poppaeae“, was sich auf einen Freigelassenen der Poppaea bezieht, und einen Krug, der das Siegel „L. Arriani (A)mphionis“, einer Ziegelei im Besitz der Poppaea, trug. Deshalb gab es Vermutungen, dass Poppaea Sabina (* ca. 30/32 n. Chr.; † 65 n. Chr.), die zweite Ehefrau Neros, oder ihre Familie die Besitzer des Anwesens waren. Später wurde noch eine Statue gefunden, die angeblich die Züge der Poppea trägt.

Die Villa wurde cirka ab der Mitte des 1. Jh. v. Chr. erbaut, was sich aus den prächtigen Wandmalereien aus der Blütezeit des Zweiten Stils (Architekturstil), die an jene der Mysterienvilla und der Villa Boscoreale erinnern, und aus dem Mauerwerk aus opus incertum und opus quasi reticulatum schließen lässt. Sie ist das bezeichnendste und (mit mehr als 3000 m² überbauter Fläche!) größte Beispiel vorstädtischer Villen, die in der Region um Herculaneum, Pompeji und Stabiae bisher gefunden wurden.

Der Gebäudekomplex besteht aus einer Vielzahl von Räumen und man betritt ihn von der Gartenseite aus, da die Villa noch nicht zur Gänze freigelegt ist. Zur Ausstattung gehörte ein großes Schwimmbecken ebenso wie eine Weinkelter. Neben den zahlreichen Wohn-, Schlaf-, und Baderäumen der Besitzer gab es auch weitläufige Gesindebereiche einschließlich Unterkünften für sie und einen großzügigen Außenbereich mit geschützten und überdachten Terrassen, einen Obstgarten und eine Reihe Platanen mit 100 Bäumen.

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DIE FLEGRÄISCHEN FELDER

Die Phlegräischen Felder dehnen sich über ein Gebiet von mehr als 150 km² aus. Sie beginnen in der unmittelbaren Nähe der Stadt Neapel und setzen sich entlang der Küste des Mittelmeeres bzw. des Golfes von Neapel fort. Im Süden dehnen sie sich untermeerisch aus und schließen hierbei auch das Gebiet der Inseln Ischia und Procida (im Südwesten) sowie Nisida (im Südosten) ein. Wichtigster Ort der Region und zugleich Anzugspunkt für viele Touristen ist die Ortschaft Pozzuoli. Der Boden auf den Feldern kann durch die vulkanische Aktivität sehr heiß werden. Es gibt neben Solfataren und Mofetten unzählige Thermalquellen und Fumarolen. An vielen Stellen ist das Gestein durch die aufsteigenden Schwefeldämpfe gelb gefärbt. Auf dem gesamten Gebiet gibt es mehr als 50 Eruptionsherde. Der letzte größere Ausbruch fand jedoch im Jahre 1538 statt. Er dauerte acht Tage, und aus dem ausgeworfenen Material entstand ein neuer Berg - der Monte Nuovo. Vor ca. 35.000 Jahren gab es eine supermassive Eruption in dem Bereich, bei der ca. 80 - 150 km³ Tephra ausgestoßen wurden. Diese Eruption entspricht einem Vulkanexplosivitätsindex-Wert von VEI-6 bis VEI-7. Damit ist eine Zuordnung der Phlegräischen Felder zur Kategorie der Supervulkane, wie sie häufig in den Medien berichtet wird, nicht zu rechtfertigen. Ein Teil des Golf von Neapel stellt vermutlich eine Caldera dar. Der Name der Felder leitet sich vom griechischen phlegraios ab, was soviel wie brennend oder glühend bedeutet. Eine der frühesten Beschreibungen der Felder finden sich bereits in den Aufzeichnungen des römischen Dichters Vergil, der sie in seinem Werk Aeneis erwähnt.

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DIE INSEL CAPRI

Die Kleine Insel Capri bestehet beinahe ausschliesslich aus Kalkstein, das sich im Laufe der Jahrtausende zu einer bergförmiger Masse gebildet hat (der höchste Berg der Monte Solaro, erreicht die 589 Meter), die in eine Reihe von Hügeln übergeht.
Die ersten Ansiedlungen in vorgeschichtlicher Zeit werden durch die Waffen, Werkzeuge und Grabmäler aus der Zeit zwischen dem Paläolithikum und der Bronzezeit belegt, die and en verschiedenen Stellen der Insel augefunden wurden. Capri wird schon in der Äneis Vergils erwänht und mit dem Auftritt des Königs Telone in Zusammenhang gebracht; es ist jedoch nicht geschichtswissenschaftlich gesichert, dass dessen Volk tatsächlich die Insel kolonisiert wurde. Durchaus glaubhaft hingegen erscheint, dass es sich bei den ersten Kolonisatoren der Insel um die Einwohner von Cumae handelte. Zwischen dem fünften und dem vierten Jahrhundert nahm Capri unter der Vorherrschaft Neapels dank seiner Lage von strategischer Bedeutung eine wichtige Stellung ein. Im Jahre 328 v. Chr. gelante es zusammen mit Neapel unter die Vorherrschaft der Römer, von denen es jedoch bis zum Jahre 29 v. Chr. nahezu ignoriert wurde. Kaiser Oktavian (später Augustus) war es, der die Insel in besagtem Jahr dem neapolitanischen Hoheitsgebiet entzog, indem er Capri gegen Ischia eintauschte.
Gleichermassen beeindruckt von der Schönheit der Insel war sein Nachfolger Tiberius, der hier über zen Jahre seinen Lebens verbrachte. So erlebte Capri eine Zeit der nie gesehenen Blüte, und es entstanden nicht nur prachtvolle Villen sondern auch wichtige Zivilbauten, die nach dem Tod von Tiberius (37 n. Chr.) jedoch zum grossen Teil verlassen wurde und zu Ruinen verfielen. Die frühen Jahrhunderte des Mittelalters waren dann durch die Einbrüche der Vandalen uns später der Sarazenen gezeichnet.

Dann bis zur erneuten Machtergreifung der Bourbonen im Jahre 1815 lebte die Bevölkerung Capris in grosser Armut, die erst mit der Entwicklung des Tourismus, der bereits im neunzehnten Jahrhundert begonnen hatte und seinen Boom vom allem nach dem zweiten Weltkrieg erlebte, vergessen werden konnte.

Mythos Capri

Die Entdeckung der Blaue Grotte (Grotta Azzurra) liess die Insel im 19.Jh. zu einem beliebten Reiseziel werden. Capri wurde zur Wahlheimat zahlreicher ausländischer – vor allem deutscher – Künstler. Mit dem Bau der Standseilbahn (funicolare) zu Beginn des 20.Jh. stand dem internationalem Tourismus nichts mehr im Wege.

Piazza Umberto I

Die sogenannte Piazzetta(kleine Platz) bildet das mondäne Zentrum und den touristishen Anziehungspunkt der Insel. Sie ist auch das Herzstück des einstigen mittelalterlichen Marktfleckens, der von engen Gässchen durchzogen wird. Der alte Erzibschöfliche Palast zur Linken des Uhrturms ist heute Rathaus. Wie die neu erbaute Kirche ihm gegenüber stammt er aus dem 17. Jh.

Giardini di Augusto und Via Krupp

Von der Kartause führt die Via Matteotti zu den Gärten des Augustus, einem schönen terrassierten Park mit üppig wachsenden Bäumen und prächtigen Blumenbeeten. An einen stillen Plätzchenerhebt sich ein Denkmal. Es ist Lenin gewidmet, der während seines Exils als Gast Maxim Gorkis in dessen Inselvilla weilte. Die einen nahezu schwindelerregenden Anblick bietende Via Krupp ist benannt nach dem deutschen Industriellen, der Capri so liebte. Die schmale und extrem steil ansteigende Strasse schlängelt sich über in den Fels gehauene Windungen bis zum Sarazenenturm und weiter nach Marina Picola.

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DIE INSEL ISCHIA

Ischia ist vulkanischen Ursprungs. Die höchste Erhebung ist der Monte Epomeo mit 789 m. Der Monte Epomeo ist zwar wie die ganze Insel vulkanisch entstanden und geprägt, selbst aber kein Vulkan. Vor ca. 80.000 Jahren förderte ein Vulkan im Raum der heutigen Insel riesige Bimsstein- und Aschemengen (20 bis 40 Kubikkilometer; bei einem der stärksten Vulkanausbrüche in historischer Zeit, dem des Krakatau 1883, waren es nur 18 Kubikkilometer). Durch den so im Untergrund entstandenen Hohlraum sackte dessen Dach ein, und die Ablagerungen sanken unter den Meeresspiegel. Erneutes Eindringen von Lava in den Untergrund hob die darüber liegenden Schichten - es entstand die heutige Insel - und zerlegte sie dabei in Staffelbrüche. Im Norden hob sich die Scholle stärker, so dass der Abfall vom Monte Epomeo dorthin steiler ist.

Entlang der Bruchlinien trat Lava aus (letzter Ausbruch im Jahr 1301), und noch heute dringt heißes Wasser (stellenweise fast 100°C) als natürliche Fumarolen (Marontistrand) oder in Bohrungen zu Tage. Die Insel hat ca. 70.000 Einwohner und ist in sechs Gemeinden aufgeteilt: Ischia (mit den Ortsteilen Porto und Ponte), Casamicciola Terme, Lacco Ameno, Forio, Serrara Fontana und Barano. Ischia Porto ist der wirtschaftliche Mittelpunkt der Insel, da hier auch der wesentliche Fährverkehr zwischen der Insel und dem Festland abgewickelt wird, und Forio das kulturelle Zentrum. Die Fläche Ischias beträgt ca. 46,4 km². Der Inselumfang liegt bei ca. 34 km.

Durch den vulkanischen Ursprung der Insel ist ein hoher Artenreichtum vorhanden. Fast überall sind Eidechsen und Geckos anzutreffen. Zahlreiche Schmetterlings- und andere Insektenarten lassen sich beobachten. Der Norden der Insel ist dichter bewachsen, und durch das Klima bedingt wachsen viele Kulturpflanzen sehr gut (Wein, Tomaten, Zitronen, Feigen, Granatäpfel, Datteln). Die Insel wird intensiv bis in steile Regionen bewirtschaftet.

Ischia wurde um 800 v. Chr. von Griechen besiedelt. Die Insel hieß in der Antike griechisch Pithekussa (Affeninsel), später römisch Aenaria. 831 errichteten muslimische Sarazenen auf der Insel einen Piratenstützpunkt, siehe auch Islam in Italien. 1883 zerstörte ein Erdbeben die Orte Casamicciola Terme und Lacco Ameno. Gegen Ende der römischen Republik gehörte die Insel Oktavian, dem späteren Kaiser Augustus, der sie aber im Jahr 29 v. Chr. gegen die Insel Capri eintauschte. Besonders sehenswert ist das Castello Aragonese in Ischia Ponte. Die auf einem Felsen – knapp vor der Küste – liegende Festung ist in verschiedener Hinsicht sehenswert. Zum einen wurde auf dem Felsen ein wunderschöner Garten mit Olivenbäumen, Oleander, Kakteen, Palmen und vielen weiteren Pflanzen angelegt, zum anderen ist der historische Hintergrund sehr interessant. Die Festung, die heute im Privatbesitz ist und besichtigt werden kann, wurde seit dem 12. Jahrhundert von vielen Eroberern eingenommen und besetzt. Im Mittelalter wohnten zu Spitzenzeiten 1890 Familien sowie Nonnen, Priester und Fürsten auf dem Felsen.

So sehenswert wie makaber ist die Nonnengruft. Hier wurden in einem kleinen Gewölbe entlang der Wände gemauerte Sessel errichtet. Diese hatten in der Sitzfläche eine Öffnung. Verstarb nun eine Nonne, wurde der Leichnam auf einen solchen Sessel gesetzt und verweste in dieser Haltung. Die dabei entweichenden Körperflüssigkeiten flossen durch die Öffnung in der Sitzfläche und tropften in ein spezielles Gefäß, welches unter dem Sessel plaziert wurde. War der Leichnam vollständig skelettiert, wurde dieser in einen besonderen Knochenraum gebracht. Problematisch an dieser ganzen Sache war, dass die lebenden Nonnen täglich mehrere Stunden in dieser Gruft zum Meditieren über den Tod verbrachten. Durch die schlechte Luft und das teilweise vergiftete Klima in der Nonnengruft verstarben viele Nonnen frühzeitig. Da die Insel vulkanischen Ursprungs ist, sind auf der Insel mehrere Heilbäder vorhanden.

Abgesehen vom Hubschrauberlandeplatz eines Luxushotels ist die Insel nur mit der Fähre erreichbar, entweder von Neapel oder von Pozzuoli aus. Den napolitanischen Anleger "Molo Beverello" erreicht man vom Flughafen und Hauptbahnhof aus am einfachsten mit dem "Alibus", der im 20-Minuten-Takt verkehrt, Preis: 3,00 €. Mit der Fähre ("Traghetto") dauert die Überfahrt ca. eineinhalb Stunden und kostet 8-10 € pro Person zzgl. Kfz. Schneller, aber teurer und nur ohne Auto geht es mit Katamaranen und Tragflächenbooten ("Aliscafi"), die sowohl von "Beverello" als auch z. T. vom separat gelegenen Anleger "Molo Mergellina" fahren. Diese Überfahrt dauert je nach Schiffstyp und Route ca. 35 bis 50 Minuten. Der Preis liegt bei 12-15€. Tragflächenboote fahren ab einem bestimmten Seegang nicht mehr. Auf der Insel kann man die öffentlichen Buslinien der S.E.P.S.A. benutzen, die einmal die Insel mit der Linie CD (im Uhrzeigersinn) und CS (gegen den Uhrzeigersinn) umrundet. Dazu gibt es viele weitere Linien, die alle Ischia Porto anfahren. Fahrscheine für Touristen kosten 0,95 € für 60 Min., 1,20 € für 90 Min., die Wochenkarte 15 € und die Zweiwochenkarte 22 €.

Wegen des milden Klimas und der Thermalquellen wurde Ischia schon früh touristisches Ziel. Der Weinbau wird traditionell von den Senioren gepflegt, um den familieneigenen Hotel- oder Restaurantbetrieb zu versorgen. Der einst bedeutende Wirtschaftszweig der feinen Korbflechterei existiert ebenfalls nur noch in folkloristisch-touristisch verwerteten Resten. Fischerei wird rund um die Insel noch von etlichen einheimischen Familien betrieben.

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HERCULANEUM

Nach einer Legende soll Herculaneum von Herakles bei seiner Rückkehr aus Iberien gegründet worden sein, wo es eine seiner Arbeiten war, dem Riesen Geryon die Rinder des Sonnengottes Helios zu stehlen. Dies deutet, vom Mythos abgesehen, darauf hin, dass es dem Namen und dem Ursprung nach griechisch war; und in der Tat erscheint es bei seiner frühesten Erwähnung, die wir kennen, durch Theophrast (314 v. Chr.), unter dem Namen Herakleion.

Auch von der Anlage her (ein regelmäßiges Rechteckmuster) liegt eine griechische Gründung nahe. Herculaneum war von einer Mauer umgeben, die ein Gebiet von ca. 20 Hektar einfasste, und lag an der Küstenstrasse, die am Golf entlang von Neapolis nach Pompeji und Stabiae führte, der Trasse der späteren Via Domitiana.

Seit 307 v. Chr. gehörte Herculaneum zum römischen Einflussbereich. Im Bundesgenossenkrieg (91–88 v. Chr.) wurde es 89 v. Chr. von den Aufständischen unter Papius Mutilus besetzt, kurze Zeit später jedoch ohne großen Widerstand von einem Legaten Sullas erobert. Im Gegensatz zu einigen Nachbarstädten konnte es den Status eines Municipiums behalten. Nach römischem Vorbild lag die Verwaltung der Stadt in den Händen zweier oberster Magistrate mit einer Amtszeit von einem Jahr, den Duumviri.

Zum Zeitpunkt der Zerstörung hatte es etwa 4000 Einwohner. Herculaneum war demnach deutlich kleiner als Pompeji: eine kleine Hafenstadt, in der der Handel keine große Rolle spielte und an der der Seehandel weitgehend vorbeiging. Die Wirtschaft beruhte hauptsächlich auf dem Fischfang, Ackerbau und kleinem Handwerk. Die Ausstattung der freigelegten Häuser deutet aber auf teilweise großen Wohlstand der Einwohner hin. Wegen der natürlichen Schönheit, mit dem prächtigen Blick über die Bucht von Neapel und seiner reinen Luft – die von vielen antiken Schriftstellern gepriesen wurde – wurde Herculaneum gerne als Sommerfrische gewählt. Viele reiche Römer bauten dort ihre Villen und lebten dort mit ihren Sklaven und Handwerkern. Die bekannteste ist die Villa dei Papiri, benannt nach der dort gefundenen Bibliothek von Papyrusrollen.

Der katastrophale Ausbruch des Vesuv am 24. August 79 n.Chr. erfolgte für die Bewohner Kampaniens völlig überraschend. Da der Vulkan seit ca. 500 Jahren ruhte, wurde er nicht einmal mehr als Vulkan erkannt. Nur Strabo weist auf Ähnlichkeiten von Vesuv und Ätna hin. Auch das Erdbeben im Jahr 62 v. Chr. wurde nicht als Vorbote eines drohenden Ausbruchs interpretiert.

Der Verlauf des Ausbruchs ist durch zwei Briefe des Plinius an den römischen Historiker Tacitus[2] einerseits, andererseits durch die Befunde der Ausgrabungen sowie durch (vor allem in den letzten Jahren) durchgeführte geologische Untersuchungen des Gebietes und eine genaue Analyse der Schichtungen (Strata) des vulkanischen Materials, mittlerweile so gut bekannt, dass sich der Ablauf des Ausbruchs relativ genau nachzeichnen lässt.

Der Ausbruch begann am 24. August ca. 13 Uhr. Der Vulkanschlot riss auf und in einer schnell kilometerhoch wachsenden Eruptionssäule wurde Asche und Lapilli nach oben getragen. Beim Erreichen der Tropopause flachte die Wolke sich ab, sodass ihre Form von Plinius treffend mit der einer Schirmpinie verglichen wurde. Die Hauptwindrichtung ging gegen Südosten, sodass vulkanisches Material hauptsächlich auf Pompeji und die umliegenden Orte fiel. Das westlich des Vesuv gelegene Herculaneum war in der ersten Phase des Ausbruchs nur wenig betroffen. Während in Pompeji die Hausdächer unter der Aschenlast brachen, fielen in Herculaneum nur wenige Zentimeter Asche – dennoch genügend, um einen Großteil der Einwohner eilig flüchten zu lassen. Lange Zeit wurde vermutet, fast allen Einwohnern wäre die Flucht gelungen, da sich in den ausgegrabenen Bereichen nur wenig Skelette fanden. Als 1982 der Grabungsbereich auf den antiken Strand von Herculaneum ausgedehnt wurde, erwies sich dieses als Irrtum. Im Inneren von zwölf Bootshäusern wurden dicht aneinander gedrängt ca. 250 Skelette gefunden. Warum die in den Bootshäusern Umgekommenen sich der allgemeinen Flucht nicht angeschlossen hatten, ist unklar. Möglicherweise hofften sie, über das Meer entkommen zu können, vielleicht meinten sie auch, in den relativ starken Gewölben der Bootshäuser vor Aschenregen und Lapilli sicher zu sein. Als in der Nacht die bis in die Stratosphäre aufgestiegene Eruptionssäule zusammenbrach, fiel das herausgeschleuderte Material auf die Flanke des Vesuvs zurück und bildete dort einen sogenannte pyroklastischen Strom, der mit einer Temperatur von über 400°C und einer Geschwindigkeit zwischen 100 und 300 km/h auf Herculaneum zuraste. Beim Erreichen der Bootshäuser (ca. 1 Uhr nachts) starben die dort Verbliebenen binnen Sekunden an thermischem Schock. Die Gebäude Herculaneums wurden von diesem ersten Strom nur relativ wenig beschädigt, da er nicht sehr viel Material mit sich führte. Eine Stunde später folgte ein weiterer Strom, der jetzt aber große Mengen von Material mit sich führte und die Gebäude Herculaneums mit großer Wucht traf. Gegen Morgen erreichte ein dritter Strom und im Laufe des Vormittags des 25. August ein vierter Strom die Stadt. Das Material der letzten Ströme war dicht, zähflüssig und füllte die Gebäude bis in den letzten Winkel aus. Herculaneum wurde unter einer vulkanischen Schicht von bis zu 20 m Stärke völlig begraben. Beim Abkühlen verfestigte sich dieses Material zu einer dichten Masse von Tuffstein. Diesem Ablauf verdankt sich der gute Erhaltungszustand der Gebäude von Herculaneum und ihres Inventars:

Bevor die Gebäude von Asche bedeckt wurden, war ihr Inneres bereits verfüllt, daher brachen die Dächer nicht ein. Die Hitze des ersten pyroklastischen Strom verkohlte organische Materialien oberflächlich und entzog ihnen das Wasser.

Unter der dichten Tuffsteinmasse lag Herculaneum praktisch abgeschlossen von Luft. Im Lauf der Jahrhunderte war die exakte Kenntnis der Lage des verschütteten Herculaneum verlorengegangen, dessen Reste im Mittelalter durch das Städtchen Resina (das erst seit 1969 Ercolano heißt) teilweise überbaut wurden. Man hatte zwar schon im 16. Jahrhundert einige Skulpturen und Inschriften gefunden, doch erst 1710 stieß ein Bauer zufällig beim Ausschachten eines Brunnens auf die Reste des Theaters von Herculaneum. Das Areal wurde von Emanuel-Maurice von Lothringen, Prince d'Elboeuf, angekauft, einem verbannten französischem Aristokraten, der als Befehlshaber der österreichischen Armee in Neapel stationiert war. In den folgenden Monaten ließ er auf eigene Kosten Ausgrabungen durch Stollenvortrieb vornehmen. Bei diesen Ausgrabungen wurden neun Statuen entdeckt (darunter die "Große" und die zwei "Kleinen Herkulanerinnen"), die der Prinz befreundeten Fürsten schenkte. Ab 1738 ließ Karl III. von Bourbon, König von Spanien und Neapel, systematische Ausgrabungen durchführen. Man begann damit, im Theater und an anderen Stellen zunächst Schächte bis zum antiken Straßenniveau abzuteufen und anschließend je nach Reichtum an Fundstücken enge Stollen voranzutreiben. Die Ausgrabung erfolgte unter Leitung und Aufsicht des neapolitanischen Militärs. Besonders wertvolle Stücke wurden in einem Flügel der königlichen Residenz in Portici aufgestellt, wo ab 1758 das Museo Ercolanese untergebracht war.

1750 war (ebenfalls bei Anlage eines Brunnens) die Villa dei Papiri entdeckt worden, was der Grabungsbegeisterung neuen Schwung verlieh. Von 1750 bis 1761 und 1764/65 wurden unter hauptsächlicher Leitung von Karl Weber, einem Schweizer Militär-Ingenieur, systematische Grabungen auf dem Gelände der Villa und der sogenannte Basilika durchgeführt. Weber fertigte auch genaue Pläne an, die es heute ermöglichen, den Verlauf der Grabung und Fundorte einzelner Werke zu identifizieren. 1765 erzwang der Austritt von Gas in den Stollen einen Abbruch der Arbeiten und das Versiegeln der Zugänge. Die Arbeiten wurden erst 1828 durch Franz I. von Bourbon wieder aufgenommen, jetzt aber erstmals im Tagebau. Auf einem vom Staat erworbenen 900 m² großen Areal wurden die Ausgrabungen unter Leitung des Architekten Carlo Bonucci bis 1855 fortgeführt. Fortgesetzt wurden sie mit Unterstützung des italienischen Königs Viktor Emanuel II. in den Jahren 1869 bis 1875, in denen unter großen Mühen in einem kleinen Teil des Grabungsgebiets die gesamte vulkanische Deckschicht abgetragen wurde.

Wegen der erheblichen Kosten des Abräumens scheiterten in der Folge Versuche, die Grabungen wieder aufzunehmen. Erst im Jahr 1924 begann unter Leitung von Amadeo Maiuri die nächste Grabungsphase, die mit kurzen Unterbrechungen bis heute andauert. Erschwert wird eine vollständige Ausgrabung durch die moderne Überbauung. Unter Maiuri war ein Gebiet von neun Hektar enteignet worden, die weitere Ausdehnung des Grabungsgebiets in nördlicher Richtung stößt an die Bebauungsgrenze von Ercolano.

In den letzten 20 Jahren wurde insbesondere das Gebiet des antiken Hafens und Strandes ausgegraben, wobei in den Bootshäusern eine große Zahl von Skeletten gefunden wurde, ein Fund, der zu einer genauen paläopathologischen und paläodemografischen Analyse eines repräsentativen, gleichzeitig verstorbenen Bevölkerungsquerschnitts einer antiken Stadt Gelegenheit gab.

In den Jahren 1996 bis 1998 wurden im Bereich der Villa dei Papiri Ausgrabungen unter freiem Himmel gemacht, bei denen bis dato unbekannte Untergeschosse der Villa gefunden wurden. Neben zahlreichen z. T. gut (einschließlich ihrer Innenausstattung) erhaltenen Privathäusern sind auch einige öffentliche Bauten und vor den Toren der Stadt gelegene Villen freigelegt worden. An manchen Häusern sind noch römische Graffiti zu lesen, in Küchen wurde verkohlte Stücke von Brot, Getreide und Eierschalen gefunden.

Die meisten der in Herculaneum ausgegrabenen antiken Kunstwerke befinden sich heute im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel; dazu gehören u.a. die an verschiedenen Stellen gefundenen Fresken und die 70 großen Bronzeskulpturen aus der Villa dei Papiri, die durch den Fund einer einzigartigen Bibliothek verkohlter Papyrusrollen mit Werken altgriechischer Philosophen bekannt geworden ist.

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DIE STADT NEAPEL

Neapel kann auf eine lange und bewegte, in wesentlichen Teilen aber auch von Fremdherrschaft und Unterdrückung geprägte Geschichte zurückblicken. In den Gebäuden und Museen, aber auch in den kulturellen Eigenheiten der Stadt sind bis heute Spuren aus fast allen Perioden dieser langen Entwicklung zu finden.

Neapel wurde vermutlich von Einwohnern der bereits um 750 v. Chr. entstandenen griechischen Kolonie Cumae begründet. Von Cumae aus wurde einige Kilometer entfernt eine weitere Stadt gebildet: Partenope auf dem heute inmitten Neapels liegenden Hügels Pizzofalcone. Aus dieser Niederlassung Partenope ging um 500 v. Chr., wohl durch Erweiterung der alten Stadt (griech. paläo polis) am Fuße des Berges schließlich die neue Stadt (griech. nea polis) Neapel hervor.

Schon bald zählte die junge Gründung zu den florierendsten Städten der Magna Graecia. Ein mit dem expandierenden Rom 326 v. Chr. geschlossener Bündnisvertrag trug zu einer langen relativen Unabhängigkeit bei. Aber in den römischen Bürgerkriegen (88-82 v. Chr.) stand Neapel auf der falschen Seite und wurde in Folge unter Sulla als abhängige Provinzstadt dem römischen Imperium einverleibt.

In der Römischen Kaiserzeit spielte Neapel eine eher durchschnittliche Rolle. Spektakuläre Bauvorhaben der damaligen upper class wurden zwar in der Region (Pompeji, Herculaneum, Capri, Misenum, Pozzuoli, Baia, Bàcoli), nicht jedoch in der Stadt Neapolis durchgeführt, die gleichwohl am Wohlstand der gesamten Campania felix partizipierte. In dieser Zeit wurde auch die griechische Bevölkerung Neapels mehr und mehr durch Lateiner ergänzt und schließlich, spätestens bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts, ethnisch und kulturell vollständig absorbiert. Wie die Christen in der Hauptstadt des Imperiums war die frühchristliche Gemeinde Neapels sporadischen Verfolgungen ausgesetzt. Wie in Rom, zogen sich die frühen Christen daher auch in Neapel in Katakomben zurück, die der Gemeinde als Versammlungsort, Begräbnisstätte und zur Ausübung ihres Kultes dienten. Dieser Zustand änderte sich endgültig erst, als der junge Glaube nach dem Toleranzedikt von Mailand von der verfolgten Religion zur Staatsreligion avancierte. Die Katakomben sind bis auf den heutigen Tag erhalten und können besichtigt werden. Die letzten anderthalb Jahrhunderte der Existenz des Römischen Imperiums waren in Neapel wie im gesamten Reich von einer gewissen Agonie geprägt. Der letzte weströmische Kaiser Romulus Augustulus wurde 476 abgesetzt und vermutlich in der Nähe von Neapel quasi in Rente geschickt.

Gegen die im 6. Jahrhundert im Rahmen der Völkerwanderung von Norden her eindringenden Ostgoten eroberten die Byzantiner unter Justinian im Zuge der Renovatio imperii, dem Versuch, das römische Imperium wiederherzustellen, vorübergehend ganz Italien. Auch wenn dieser Versuch insgesamt zum Scheitern verurteilt war, so gelang es den Byzantinern doch lange Zeit, ihren Einfluss in Neapel zu behaupten. Erst im Zusammenhang mit dem Ikonoklasmus des 8. Jahrhunderts wechselte die Stadt die Fronten und näherte sich der mit den Langbarden verbündeten Römisch-Katholischen Kirche an. In der Folge gewann das bereits im 7. Jahrhundert entstandene neapolitanisches Herzogtum eine gewisse Autonomie.

In einem eher regionalen Konflikt (mit Benevent) riefen die Herzöge von Neapel um 835 die sizilianischen Araber aufs Festland. Das Bündnis währte ein halbes Jahrhundert und Neapel wurde so zur Ausgangsbasis für die Ausbreitung des Islam in Italien und seiner für den sensiblen Beobachter bis heute im Süden des Landes wahrnehmbaren kulturellen Einflüsse. Insgesamt waren die letzten anderthalb Jahrhunderte des ersten Jahrtausends für die Stadt von anhaltendem Wohlstand geprägt, gemeinsam mit den Flotten der zeitweise verbündeten Seerepublik Amalfi und des Herzogtums Gaeta beherrschte Neapel noch vor den Venezianern und Genuesen den Seehandel im Mittelmeer.

Im Jahr 1039 fiel Neapel nach zähem Widerstand in die Hand der Normannen und wurde Bestandteil des normannischen Königreichs Sizilien. Die Normannen verstanden es, durch eine geschickte Innenpolitik die unterschiedlichen, römisch-byzantinischen, arabischen und westlichen Wurzeln der Region zu einem einzigartigen und eigenständigen kulturellen Konglomerat zu verschmelzen.

Die Normannenherrschaft dauerte 165 Jahre. 1194 traten die Staufer unter Heinrich VI. an ihre Stelle, indem sie eine dynastische Schwäche der Normannen ausnutzten und sich in einem kurzem Feldzug Süditaliens bemächtigten. Heinrichs Sohn und Nachfolger Friedrich II. gründete 1224 mit der Universität von Neapel, die heute seinen Namen trägt, die erste staatliche Hochschule Europas.

Die staufische Herrschaft in Neapel überdauerte Friedrichs Tod (1250) nicht lange. Karl I. von Anjou betrieb im Bündnis mit dem Papst einen gnadenlosen Vernichtungsfeldzug gegen die Stauferdynastie. Dafür erhielt er 1266 die Königreiche Neapel und Sizilien als päpstliche Lehen und liess 1268 den letzten männlichen Staufer, den erst 16 Jahre alten Konradin in Neapel öffentlich enthaupten. Nachdem in Folge der sizilianischen Vesper 1282 die Insel Sizilien für die Anjou verloren gegangen war, konzentrierten sie sich ganz auf ihre festländischen Besitzungen und machten Neapel zur Residenz ihres Königreiches. Auch wenn ihre bis 1442 andauernde Herrschaft innenpolitisch von brutaler Unterdrückung geprägt war, sorgten sie für eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit der Stadt und ergriffen grundlegende städtebauliche Maßnahmen zu ihrer Modernisierung. Neapel wurde in dieser Epoche neben Florenz zum tonangebenden Zentrum auf den Gebieten der Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Architektur in Italien und Europa. Zahlreiche unter den Anjou errichteten Bauwerke zeugen noch heute von der ökonomischen Prosperität und dem kulturellen Glanz der Stadt in dieser Zeit.

1442 besiegte der aragonesische König Alfonso den letzten Herrscher der Anjou. Unter den Aragonesen wurden die ökonomischen Verbindungen Neapels zur iberischen Halbinsel intensiviert, die Wirtschaft insgesamt gefördert und sie Stadt zu einem Zentrum der italienischen Renaissance. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts schließlich, nach einer nur kurzen Episode französischer Herrschaft, wurden Stadt und Königreich Neapel als Provinz dem spanisch-habsburgischen Weltreich angegliedert. Damit begann die Ära der spanischen Vizekönige von Neapel, unter denen die Stadt den Tiefpunkt ihrer wirtschaftlichen und politischen Entwicklung erreichen sollte.

Innerhalb von nur 100 Jahren war die Bevölkerung der Stadt von rund 40.000 im Jahre 1450 auf etwa 210.000 im Jahre 1550 angewachsen und Neapel war, noch vor Venedig (160.000 Einwohner) und Mailand (70.000 Einwohner) zur größten Stadt Italiens und zur nach Paris zweitgrößten Metropole in Europa geworden. Einem der wenigen fähigen Vizekönige, Pedro Álvarez de Toledo, gelang es in seiner Amtszeit zwischen 1532 und 1553 diesem demographischen Problem noch einigermaßen Herr zu werden, indem er entsprechende städtebauliche Maßnahmen durchführte. So liess er vorhandene Bausubstanz aufstocken und ein neues Stadtdviertel (quartiere spagnolo, spanisches Viertel) westlich der nach ihm benannten Via Toledo errichten. Realisiert werden konnten diese Maßnahmen aber nur durch eine harte Steuer- und repressive Innenpolitik. So war es auch de Toledo, der die Inquisition in Neapel einführte.

Im Übrigen war die Zeit der Vizekönige von einer zunehmenden Verschärfung der Klassengegensätze geprägt. Das Hauptaugenmerk der spanischen Krone lag auf dem iberischen Kernland und den Kolonien. Die wenigen Investitionen die in der Stadt getätigt wurden kamen nur den Besitzenden, dem städtischem Adel, dem Klerus und den spanischen Beamten zu Gute, während die einfache Bevölkerung zunehmend verelendete. Nirgendwo im westlichen Europa dieser Zeit waren die sozialen Unterschiede krasser ausgeprägt als in Neapel.

Nachdem es schon zur Zeit de Toledos 1547 zu einer ersten Revolte und in der Folge immer mal wieder zu Unruhen gekommen war, entluden sich die sozialen Spannungen schließlich im Masaniello-Aufstand von 1647, der zu einer ersten kurzlebigen neapolitanischen Republik 1647/48 führte. Aufgrund der Machtverhältnisse war die spanische Herrschaft naturgemäß bald wieder hergestellt und nach einer weiteren kleineren Rebellion 1649 ergaben sich die Neapolitaner in ihr Schicksal. Zu alledem wurde die Stadt 1656 auch noch von einer verheerenden Pest heimgesucht, der rund die Hälfte der Bevölkerung zum Opfer fiel.

Die spanischen Habsburger wurden 1707 durch die österreichischen Habsburger abgelöst, für die Neapolitaner änderte sich dadurch nichts. Eine deutliche Verbesserung der Verhältnisse trat erst ein, als die Bourbonen, die infolge des spanischen Erbfolgekrieges 1712 den spanischen Thron erworben hatten, 1735 auch Süditalien von den Österreichern übernahmen. Unter Karl VII., der das neu formierte Königreich beider Sizilien von 1735 bis 1759 regierte und anschließend von 1759 bis 1788 als Karl III. in Spanien herrschte, wurde eine wirksame Reformpolitik eingeleitet. Karl VII., ein Vertreter der Aufklärung, säuberte die Reihen der korrupten und dekadenten Adeligen und kichlichen Würdenträger, nahm bauliche Veränderungen im Stadtbild vor und förderte das kulturelle Leben. Sein Sohn und Nachfolger Ferdinand IV. (mit Unterbrechungen 1759-1825) blieb allerdings deutlich hinter dem Format seines Vaters zurück, so daß sich die Stadt bald wieder den alten Verhältnissen annäherte, bevor die von Frankreich ausgehenden Ereignisse Europa und damit auch Neapel erschüttern sollten.

Anfang 1799 zogen französische Revolutionstruppen unter dem General Jean-Etienne Championnet in Neapel ein, der König war schon zuvor nach Palermo geflohen. Neapolitanische Patrioten proklamierten daraufhin die Parthenopäische Republik, die jedoch bei großen Teilen der ungebildeten Bevölkerung auf nur wenig Gegenliebe stieß. Durch deren Widerstand und das Eingreifen der Engländer unter Horatio Nelson endete das republikanische Experiment schon im selben Jahre wieder. Der Bourbone kehrte nach Neapel zurück und gegen die Republikaner folgten grausame Verfolgungen, denen fast die gesamte intellektuelle Elite Neapels zum Opfer fiel. Im Winter 1805/06 wurde Ferdinand IV. von Napoléon Bonaparte entmachtet, der zunächst seinen Bruder Joseph (1806-1808) und danach seinen Schwager Joachim Murat (1808-1815) als Könige von Neapel einsetzte. Insbesondere letzterer leitete umfangreiche Sozialreformen ein und gelangte so bei der einheimischen Bevölkerung schnell zu großer Beliebtheit. Mit dem Untergang Napoléons kam jedoch auch bald das Ende dieser Episode. Ferdinand kehrte nach Neapel zurück und führte eine konsequente Restaurationspolitik durch, die auch die letzten Spuren französischer Reformbemühungen beseitigte. Die Neapolitaner jedoch, die kurzzeitig in den Genuss der Reformen gekommen waren und nun die restaurative Politik der Bourbonen erleiden mussten, begannen sich mit den aus Norditalien kommenden Ideen des Risorgimento zur Schaffung eines unabhängigen Italiens anzufreunden.

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DER KÖNIGSPALAST VON NEAPEL

Der Palast wurde ab Anfang des 17. Jahrhunderts nach Bauplänen von Domenico Fontana, dem offiziellen Architekt des Spanischen Königtums, gebaut. Die gewählte Lage war in der Nähe des Hafens, sehr gut geeignet, um vom Meer her anzukommen oder sich einen Fluchtweg über das Meer zu sichern. Das Gebäude öffnete sich auf der anderen Seite auf einen großen, offenen Platz (heute Piazza Plebiscito), welcher die Möglichkeit für große Militärparaden und Volksfeste gab. Dieser Baustil bestätigte abermals die Auswahl des Vizekönigs, die Stadt Richtung Norden zu vergrößern.

1888 wurden in die Nischen – welche sich entlang der gesamten Fassade befanden – die Statuen, der jeweils ersten Könige eines jeden Fremdherrschaftshauses über Neapel, gestellt. Damit wollte man erreichen, das die Beständigkeit des Hauses Savoyen in der Neapolitanischen Geschichte rappräsentiert wurde.

Die Prunktreppe im Eingang wurde im 18. Jahrhundert von dem Architekt G. Genovesi im Neu-Klassizistischem Stil gebaut.

Das kleine Theater, welches sich im ersten Stock befindet, wurde zur Gelegenheit der Hochzeit von Ferdinand dem II von Bourbonen mit Maria Carolina von Habsburg (Österreich) nach einem Projekt des Architekt Ferdinando Fuga 1768 gebaut.

Der Besuch und die Besichtigung der Königlichen Appartements erlaubt dem Besucher, den Ton und die Dimension eines Königspalastes zu verstehen, welcher einen der wichtigsten Königshöfe des heutigen Europa beherbergte.

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DIE AUSGRABUNGEN IN POMPEJI

Pompeji (lateinisch Pompeii, italienisch Pompeï) war eine antike Stadt in Campanien, am Golf von Neapel gelegen, die wie Herculaneum und Stabiae beim Ausbruch des Vesuvs am 24. August 79 n. Chr. untergegangen ist. In seiner etwa siebenhundertjährigen Geschichte wurde Pompeji von Oskern, Samniten, Griechen, Etruskern und Römern bewohnt und geprägt. Bei einem gewaltigen Ausbruch des Vesuvs wurde die Stadt im Jahre 79 verschüttet, dabei nahezu perfekt konserviert und im Laufe der Zeit vergessen. Nach ihrer Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert begann die zweite Geschichte der Stadt, in deren Verlauf Pompeji zu einem Meilenstein der Archäologie und zu einem Schlüssel der Erforschung der antiken Welt wurde. Pompeji, die wohl am besten erhaltene antike Stadtruine, wurde zu einem bekannten Begriff, der in der Neuzeit stark rezipiert wurde und auch in viele Lebensbereiche beeinflussend ausstrahlte.

Neuere Ausgrabungen haben ergeben, dass es bei der heutigen Stadt Nola eine seit dem frühen 1. Jahrtausend v. Chr. bestehende Siedlung gab, die man am Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. aufgab, um sie näher an die Flussmündung zu verlegen. Diese neue Siedlung – Pompeji – wurde nach mythologischer Überlieferung vom Gott Herakles gegründet, in Wirklichkeit wohl von den Oskern. Der Ortsname geht vermutlich auf das oskische Zahlwort pompe – fünf – zurück, jedoch ist dieser Zusammenhang noch unklar. Die Bevölkerung der Stadt bestand laut Strabon in historischer Zeit aus Oskern, Etruskern, Pelasgern und Samniten.

Über die Geschichte der rasch wachsenden Stadt ist während der Zeit der Auseinandersetzungen zwischen den Griechen und Etruskern in Kampanien nichts bekannt. Allerdings haben Funde belegt, dass man offenbar nach beiden Seiten hin Kontakte pflegte, wobei die Beziehung zu den Etruskern offenbar bedeutender war. Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Pompejaner zunächst unter griechischem Einfluss standen, was ihre Übernahme der griechischen Götterwelt und einen dorischen Tempel erklärt. Im Jahre 525 v. Chr. dehnten die Etrusker ihren Machtbereich bis nach Pompeji aus. Sie übernahmen unter anderem den in Pompeji gepflegten Apollon-Kult. Nach der Niederlage der Etrusker gegen die Flotten von Cumae und Syrakus in der Schlacht von Cumae im Jahr 474 v. Chr. hatten wieder die Griechen die Vorherrschaft über Kampanien inne.

Seit dem späten 5. Jahrhundert v. Chr. (zwischen 424 v. Chr. und 420 v. Chr.) stand Pompeji unter samnitischer Herrschaft. Im Jahre 310 v. Chr. konnte die Stadt einen Plünderzug römischer Flottensoldaten noch abwehren, die die Nachbarstadt Nuceria einnehmen sollten. 290 v. Chr. musste sich Pompeji wie auch alle anderen samnitischen Städte dem römischen Bündnissystem anschließen. Aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. wurden mehrere oskische Inschriften gefunden. Nach und vor allem während des 2. Jahrhunderts v. Chr. ging es der kampanischen Stadt wirtschaftlich sehr gut. Es konnten viele öffentliche Projekte wie Markthallen- oder Tempelbauten realisiert werden. Auch private Bauten hatten zum Teil stattliche Dimensionen. Sowohl während der Samnitenkriege als auch während des Bundesgenossenkrieges stand Pompeji auf Seiten der Gegner Roms. Sulla belagerte die Stadt 89 v. Chr., Spuren der Artillerie sind noch heute zu sehen. Es wurden auch Inschriften in oskischer Sprache an den Häuserwänden gefunden, die den ortsunkundigen Verteidigern den Weg weisen sollten. Pompeji unterlag schließlich den Römern und wurde 80 v. Chr. von Sulla in eine römische Kolonie umgewandelt. Die Stadt hieß nun Colonia Veneria Cornelia Pompeianorum. Etwa 2000 römische Veteranen mit ihren Familien wurden offenbar in einem größeren geschlossenen Gebiet im Südwesten der Stadt angesiedelt.

In der aktuellen Forschung ist jedoch umstritten, ob dazu Teile der Stadt oder einzelne Häuser enteignet wurden. Man kann davon ausgehen, dass viele der Siedler außerhalb der Stadt Land zugewiesen bekamen und daher nicht in der Stadt lebten. Aus dieser Zeit stammen lateinische Inschriften, die auf eine „Selbstromanisierung“ hinweisen. Als gesichert gilt, dass es zunächst Konflikte zwischen den neu angesiedelten Römern und der alteingesessenen Oberschicht gab, die sich über Jahrzehnte hinzogen. Bis zur augusteischen Zeit scheinen die alten Familien ihren Einfluss wieder zurück gewonnen zu haben. In Anlehnung an das römische Kaiserhaus wurde auch der von Augustus vorgesehene Nachfolger in seinem Amt, sein Neffe Marcellus, zum Schutzpatron der Stadt auserkoren und wie Augustus in der Stadt kultisch verehrt. Ebenfalls in augusteischer Zeit scheint sich die mondän anmutende Kleinstadt zu einem Treffpunkt der römischen Oberklasse entwickelt zu haben. Im Jahre 59 n. Chr. kam es nach einem Bericht des Historikers Tacitus (Tac. ann. 14,17) im bis zu 20.000 Zuschauer fassenden Amphitheater während eines Gladiatorenkampfes zu blutigen Krawallen mit Besuchern aus der Nachbarstadt Nuceria. Darauf verbot Kaiser Nero für zehn Jahre jegliche Spiele in Pompeji.

Die Ursachen für diese Auseinandersetzungen sind möglicherweise bei über Pompeji und Nuceria hinausreichenden politischen Problemen zu suchen. Ein großes Erdbeben, von dem sich Pompeji zum Zeitpunkt seines Unterganges noch nicht wieder ganz erholt hatte, erschütterte 62 die Region um den Vesuv und richtete in Pompeji große Schäden an. Lange Zeit glaubte man in der Forschung, dass es in Folge dieses Erdbebens zu einer Verarmung und Proletarisierung der Stadt kam, was neuere Forschungen jedoch für unwahrscheinlich halten. Die Bevölkerung Pompejis, das in antiken Quellen uneinheitlich als urbs, oppidum oder municipium bezeichnet wurde und zur tribus Menenia gehörte, wird auf 12.000 bis 30.000 Einwohner zur Zeit des Untergangs geschätzt. Nachdem es schon seit mehreren Tagen Vorzeichen für eine Aktivität des Vesuvs gab, weshalb ein Teil der Einwohner die Stadt vorsichtshalber schon verlassen hatte, kam es zur Mittagszeit des 24. August 79 zu einem schweren Ausbruch. Die Eruption schleuderte Unmengen von Asche, Lava und Gasen in die Atmosphäre. Diese Wolke wurde vom Wind über das Land in Richtung Pompeji getragen. Kurze Zeit nach dem Ausbruch regnete es über der Stadt Bimssteinbrocken, die durch die hohe Fallgeschwindigkeit (ca. 200 km/h) zu tödlichen Geschossen wurden.

Als sich der Vesuv nach seinem achtzehnstündigen Ausbruch wieder beruhigt hatte, waren die meisten Menschen in Pompeji bereits erstickt oder von herabfallendem Gestein erschlagen worden. Dennoch hatten einige die Katastrophe bis zu diesem Zeitpunkt überstanden. Die wenigen, die noch lebten, fielen aber nur kurze Zeit später Glutlawinen zum Opfer. Eines dieser Opfer war der berühmte römische Schriftsteller Plinius der Ältere, der, getrieben von naturwissenschaftlichem Interesse und dem Wunsch zu helfen, mit seiner Flotte (er war der Präfekt der römischen Flotte in Misenum) zum Ort der Katastrophe gefahren war. Vor Stabiae kam er in den Schwefeldämpfen um. Zeuge der Katastrophe war sein Neffe Plinius der Jüngere, der den Ablauf in erhaltenen Briefen detailgetreu schildert. Über 1500 Jahre lang lag die Stadt unter einer bis zu 25 Meter hohen Decke aus vulkanischer Asche und Bimsstein begraben. Neben Pompeji wurden auch weitere Ortschaften wie Herculaneum, Stabiae und Oplontis vollständig zerstört.

Schon kurz nach dem Untergang der Stadt wurden aus verschiedenen Gebäuden Wertgegenstände geborgen. So konnten etwa mehrere Marmorstatuen gehoben werden. In den folgenden fast 17 Jahrhunderten war das Gelände der früheren Stadt nur sporadisch besiedelt. Raubgräber hatten jedoch im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach in den einfach zu erreichenden Ruinen nach wertvollen Stücken gesucht und diese geplündert.

Im Jahre 1592 entdeckte Domenico Fontana bei Kanalbauarbeiten mehrere Inschriften, Marmortafeln, Münzen und Ähnliches, für die sich jedoch niemand interessierte. Das Gelände wurde von den Einheimischen La Civita – die Stadt – genannt. Ein Kavalleriegeneral, Fürst d'Elboeuf, hörte davon, kaufte an der Stelle Land und begann mit planlosen Ausgrabungen. Dabei wurden unter anderem drei Marmorstatuen – Die Herculanerinnen – gefunden. Diese kamen zunächst in den Besitz des Prinzen Eugen in Wien, später an den sächsischen Hof des Kurfürsten Friedrich August II., wo dessen Tochter Maria Amalia Christina Gefallen an ihnen fand. Als sie nach Neapel verheiratet wurde, bat sie ihren Mann um die Wiederaufnahme der Ausgrabungen. Im Jahre 1748 wurden die Grabungen schließlich vom spanischen Ingenieuroffizier Oberst Rocque Joaquín de Alcubierre, der schon 1738 in Herculaneum nach Schätzen grub und bereits an den ersten Ausgrabungen Fürst d'Elboeufs in Pompeji teilnahm, mit Genehmigung des neapolitanischen Königshauses offiziell begonnen.

Zunächst hatten die Ausgrabungen jedoch nur das Ziel, besondere Schaustücke und Wertgegenstände zu bergen. Alcubierre hatte bei seinen Grabungen nur wenig Erfolg und wandte sich 1750 wieder Herculaneum zu. Jedoch stellte er fest, dass er wohl eine größere Siedlung entdeckt haben musste. Da er sie für Stabiae hielt, nannte er das entdeckte Theater Teatro Stabina. Vier Jahre später wurden die Ausgrabungen wieder aufgenommen, jetzt unter der Aufsicht der Akademie von Herculaneum. Die Objekte, nach denen man suchte, waren in erster Linie Statuen, Schmuck und Edelmetalle sowie in besonderem Maße Wandmalereien, die herausgelöst und nach Portici in ein extra errichtetes Museum gebracht wurden.

Im Jahre 1763 fand man ein Schild mit der Inschrift respublica Pompeianorum. Damit war die Stadt ohne Zweifel als Pompeji identifiziert. Seit 1763 konnte man das Grabungsgebiet auch besuchen. Zu den ersten Schaustücken gehörten das Theater, der Isistempel, das Herculaner Tor und die Diomedesvilla vor der Stadt. Die neapolitanischen Könige Karl III. und Ferdinand IV. beanspruchten das exklusive Vorrecht auf die gefundenen Schätze. So war es Besuchern verboten, die Ruinen zu zeichnen. Noch schlimmer für die spätere Forschung war, dass beide die Zerstörung von Wandmalereien anordneten, nur damit sich niemand ihrer bemächtigen konnte. Erst der öffentliche Protest Johann Joachim Winckelmanns zwang das Königshaus, von dieser Praxis abzusehen. Nicht verhindert werden konnte, dass ausgewählte Stücke an andere europäische Königshäuser verschenkt wurden. Unter der europäischen Elite kursierten eine Serie von Prachtbänden, die das Stichwerk Antichità di Ercolano enthielten. Dank dieser Bücher weiß man heute immerhin, welche Kunstschätze zu jener Zeit verloren gingen.

Durch den Einfluss der Werke Winckelmanns und ein dadurch ausgelöstes geändertes Bewusstsein in der bürgerlichen Gesellschaft war die Auseinandersetzung mit den Hinterlassenschaften der Römer nun eine Auseinandersetzung mit der eigenen, europäischen Kultur. Diese Veränderung setzte nach 1760 ein. Von nun an wurde die Antike zu einer Art Ideal erhoben. Man stellte sich die Antike als einzige Ansammlung von Prachtbauten vor. Da die Befunde Pompejis dieser Vorstellung meist nicht gerecht wurden und der Bedarf des königlichen Museums gedeckt war, schlief das Interesse an weiteren Ausgrabungen in Pompeji vorerst ein, die Ausgrabungen gingen nur langsam voran. Nach dem Tode Alcubierres 1780 wurde Francesco La Vega neuer Grabungsleiter. Prominente Besucher Pompejis in dieser Frühzeit der Ausgrabungen waren unter anderem Johann Wolfgang Goethe und Wolfgang Amadeus Mozart.

Einen großen Fortschritt bei der Erforschung gab es, als die Franzosen Neapel 1799 besetzten und 1806 bis 1815 die Herrschaft über Italien inne hatten. Die Leitung der Ausgrabungen lag nun in französischer Hand und ging planmäßiger vonstatten. Als Erstes wurde das Land, auf dem Pompeji liegt, enteignet. Zeitweise wurden in dieser Zeit bei den Grabungen bis zu 700 Arbeiter eingesetzt. Teile des Forums wurden ergraben, ebenso die von Norden kommende Hauptstraße Via Mercurio und die sich anschließende zum Forum führende Via del Foro. Somit wurden die schon ergrabenen Bereiche im Norden und Süden miteinander verbunden. Auch in West-Ost-Richtung wurden Teile der Via dell'Abbondanza freigelegt. Die geplante komplette Ausgrabung der Stadtmauer, die einen Gang durch die Stadt ermöglichen sollte, konnte bis zum Abzug der Franzosen 1815 nicht realisiert werden. Dennoch konnte nun erstmals ein Eindruck von der Größe und dem Erscheinungsbild der antiken Kleinstadt gewonnen werden. In den folgenden Jahren mussten die Ausgräber andauernd mit Geldmangel kämpfen. Die Grabungen schritten wieder nur langsam voran, trotzdem konnte man bedeutende Funde verzeichnen. So fand man die Häuser des Fauns, des Meleagers, des tragischen Dichters und der Dioskuren.

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DAS ARCHÄOLOGISCHE MUSEUM VON NEAPEL

Im archäologischen Nationalmuseum, das im Laufe der Jahre durch die Funde von Herkulaneum, Pompeji und weiteren Ausgrabungen zu seiner stolzen Sammlung gelangte, werden neben den Schätzen aus dem Besitz der Familie Farnese zahlreiche aus Ankäufen und Schenkungen stammende Kunstgegenstände gezeigt. Das Museum beherbergt eine der international bedeutendsten und größten Sammlungen der klassischen Antike. Hier werden Kunstschätze von unschätzbarem Wert aufbewahrt, die den verschiedensten Kunstrichtungen angehören, Skulpturen und Gemälde, Keramikarbeiten und Mosaike, die so zahlreich sind, daß eine umfassende Aufzählung an dieser Stelle unmöglich wäre. Zu den berühmtesten Stücken gehört zweifellos das zur Sammlung der Mosaiken aus Pompeji zählende 3,42 x 5,92 große Alexandermosaik, in dem Szenen des "Kampfes zwischen Alexander dem Großen und Darius III" dargestellt sind. Unter den Gemälden sind neben dem berühmten Werk, "La Primavera" (der Frühling) und "den Portraits von Paquio Proculo und seiner Frau", die Gemälde mit Motiven aus dem täglichen Leben und Motiven aus der Mytologie, architektonischen Zeichnungen und Stilleben zu erwähnen. Die Skulpturensammlung mit ihren zahlreichen und wertvollen Exemplaren umfaßt Meisterwerke wie "Harmodios und Aristogeiton" (die berühmten Tyrannenmörder) die "Farnesische Athene", das Marmorrelief mit "Orpheus und Eurydike und dem Gott Hermes", dem "Doryphoros" (Speerträger) und Polyklet, einen in den pompejianischen Via dell’Abondanza gefundenen Lampenträger, der einen "Epheben" darstellt, die Skulptur der "toten Amazone", eine prachtvolle "Venere Callipige", die enthäuptete "Venus von Sinuessa", den eindrucksvollen "Farnesischen Herkules" und die liebliche Darstellung eines "Satyrs mit Dionysios" und die lebhafte "Gruppe des Farnesischen Stiers".

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MUSEUM UND GALERIE VON CAPODIMONTE

Zu diesem Museum gehören neben weiteren Kollektionen die Gemäldegalerie des neunzehnten Jahrhunderts, das Geschichtszimmer, Porzell und Keramiksammlungen und der kleine Porzellansaal (Salottino di Porcellana).
Das Museum beherbergte zunächst die Meisterwerke der Familie Farne die im Jahre 1731 als Erbstücke in den Besitz von Carlo di Borbone ( von Bourbon) übergegangen waren. Später kamen zahlreiche weit Kunstwerke hinzu, die größtenteils aus den Ankäufen weiterer Sammlungen stammten, sowie zahlreiche, aus Kirchen oder Stiftungen stammende Kunstgegenstände, sodaß schließlich eine der größten und wichtigst Sammlungen der Kunstgeschichte entstand.
Besonders umfassend ist die Gemäldesammlung, die von sieben wertvollen Wandteppichen eröffnet wird, auf denen "Episoden der Schlacht" Pavia dargestellt sind, die zwischen 1525 und 1531 von Bernart van Orley in der Brüsseler Manifaktur auf Karton vorgezeichnet worden waren. Es folgen ein majestätisches Altarbild von Simone Martini mit dem "Hl. Ludwig von Toulouse" (1317), auf dem die Krönung Roberto d'Angiös zum KJ von Neapel dargestellt ist, eine "Kreuzigungsszene" von Masaccio (1426), die "Gottesmutter mit dem Kinde und Engeln" von Botticelli, das berühmte "Bildnis des Luca Paciolo", eines anonymen Künstlers aus dem 14. Jahrhunderts, die "Heilige Familie mit dem Hl. Johannes" und zwei von Sebastiano del Piombo. Coreggio ist mit einer wichtigen Sammlung vertreten, zu der unter anderem die berühmte "Zigeunerin" und die mystische "Hochzeit der Hl. Katherina" gehören; von Parmigianino stammt das "Bildnis einer jungen Frau", genannt "Anthea". Giovanni Bellini schließlich ist mit einer prachtvollen "Verklärung Christi" vertreten. Von Tizian, der viele Arbeiten für die Familie Farnese ausführte, sind unter anderem drei Bildnisse von "Papst Paul III", ein Bildnis des "Kardinals Alessandro Famese" (1543) und die zarte "Danae" (1545) zu sehen. Unter den flämischen Malern ist Pieter Bruegel mit dem "Misanthrop" und der "Parabel der Weisen" besonders zu erwähnen (beide Werke stammen aus dem Jahre 1568). Weiter geht die lange Aufzählung der berühmten Meister mit Namen wie Raffael, Michelangelo, Caravaggio (der mit einer fesselnden "Auspeitschung" 'vertreten ist), Rembrandt, den Brüdern Carracci, Guido Reni und berühmten Malern der neapolitanischen Schule wie zum Beispiel Gaspare Traversi, von dem die realistischen Bilder "Der geheime Brief" und "Das Konzert" stammen. Weiter führt unser Rundgang in die Galerie des Ottocento mit italienischen und ausländischen, neapolitanischen und nichtneapolitanischen Meistern. Sehenswert auch die großartige Porzellan- und Keramiksammlung mit dreitausend Exemplaren, die die Eleganz und Pracht der Speisezimmer und Einrichtungen des Adels im neunzehnten Jahrhundert vor Augen führen, sowie schließlich der vollständig im Stile des Rokoko gehaltene sogenannte kleine "Porzellansaal", in dem über dreitausend besonders wertvolle und elegante Stücke zu sehen sind.

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DIE KAPPELLE VON SANSEVERO

Die Cappella Sansevero ist ein Schmuckstück des Europäischen Kunstschatzes. Sie befindet sich im Herzen des historischen Zentrums von Neapel. Dieser Kirchentempel stellt ein originelles Beispiel von Kunst dar, welche den aufmerksamen Besucher bezaubert.

Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts, nach einem wundersamen Ereignis des Giovanni Francesco Sangro, Prinz von Sansevero, begonnen zu bauen. Lebt fast zweihundert Jahre später wieder auf, dank der außergewöhnlichen Persönlichkeit des Prinzen Raimondo di Sangro: Philosoph, Wissenschaftler, Chemiker, Gelehrter mit einem Erfindungsreichtum und Phantasie, welche man bestimmt nicht als normal bezeichnen kann. Das sehr lebhafte Innere dieser Kirche ist eines der interessantesten Beispiele der Neapolitanischen Kunst des 17. Jahrhunderts.

Die Kuppel, welche mit Fresken von sehr intensiver Farbgebung dekoriert wurde, ist ein Werk von F.M. Russo. In der Kappelle verbindet sich die Magie mit der Kunst und schafft so eine Atmosphäre, welche nicht aus dieser Welt zu stammen scheint: "Der verschleierte Christus" (Cristo velato), Werk von G. Sanmartino, eine wunderbare Marmorstatue, wurde berühmt in der ganzen Welt, wegen der unglaublichen Illusion, welche der Schleier – auf dem Köper des Jesus drapiert – hervorruft. Die überraschenden „Macchine Anatomiche“ (Anatomischen Maschinen), zwei menschliche Körper in welchen das gesamte Blut-Kreislauf-System hervorgehoben und sichtbar gemacht wurde. Es ist bis heute immer noch ein Geheimnis, auf welche Art und Weise diese „Körper“ hergestellt wurden.

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